Rauhnächte: Bedeutung und Rituale der heiligen 12 Nächte

Rauhnächte: Bedeutung und Rituale der heiligen 12 Nächte

In spirituellen Kreisen wird immer häufiger von einer magischen Zeit gesprochen, die uns um den Jahreswechsel begegnet. Die Rede ist von den Rauhnächten. Hierbei handelt es sich um 12 Nächte zwischen dem 25.12. (Weihnachten) und dem 6. Januar (Heilige Drei Könige), die in den traditionellen europäischen Brauchtümern eine hohe Bedeutung haben.
In dieser magischen Zeit sind die Tore zur Anderswelt geöffnet und die Menschen glaubten, dass dunkle Mächte, Geister und Dämonen sowie Naturwesen und Ahnen aus dem Jenseits Kontakt mit ihnen aufnehmen könnten.
Was die 12 Rauhnächte sind, welche Bedeutung der Brauch hat, wo er entstanden ist und warum es wichtig ist, bestimmte Regeln zu befolgen, erfährst Du in diesem Artikel. Außerdem gebe ich Dir praktische Tipps, wie Du die Rauhnächte 2022 nutzen kannst.

Inhaltsverzeichnis

1. Der Ursprung der Rauhnächte
2. Die Herkunft des Wortes Rauhnacht
3. Die Bedeutung der Rauhnächte
4. Rauhnächte 2022: wann beginnen und wann enden sie
5. Welche Bräuche und Rituale gibt es in den Rauhnächten?
6. Was sollte man in den Rauhnächten nicht tun?
7. Rauhnächte 2022: wie Du sie für Dich nutzen kannst

Der Ursprung der Rauhnächte

Die Ursprünge der Rauhnächte (oder auch Rauchnächte, Innennächte, zwölf Nächte) liegen im wahrsten Sinne des Wortes „im Dunkeln“.
Einige Quellen gehen davon aus, dass sie im Römischen Reich während der Herrschaft von Julius Caesar (100 – 44 vor Christus) erstmalig gefeiert wurden. In dieser Phase kam es zu einer Überarbeitung des Kalenders: der alte römische Mondkalender (mit nur 354 Tagen) wurde ersetzt durch den julianischen Kalender (365 Tage), der das Sonnenjahr zur Grundlage hatte. Als Folge dieses Wechsels verlängerte sich das Jahr um 11 Tage und 12 Nächte.

Eine andere Theorie besagt, dass die Rauhnächte in Verbindung mit den vorchristlichen Sonnenwendfesten der Germanen, Kelten und anderen nordischen Völkern in Verbindung stehen. Hier spielte insbesondere die Wintersonnenwende (auch Jul-Fest) zum Ende des Jahres eine bedeutende Rolle. Dieser Festtag galt als magischer Wendepunkt, der den Rückzug der Dunkelheit und die (Wieder-) Geburt des Lichtes und des neuen Sonnenjahres einläutete. In den darauffolgenden Rauhnächten feierten unsere Vorfahren den Neubeginn mit unterschiedlichen Ritualen und Bräuchen, wie zum Beispiel das Abbrennen eines Sonnenwendfeuers.

Nach und nach verloren die heidnischen Zeremonien allerdings an Bedeutung und werden heute fast gar nicht mehr gelebt. Im christlichen Kulturkreis etablierten sich stattdessen andere Sitten, beispielsweise der beleuchtete Weihnachtsbaum.

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Die Herkunft des Wortes Rauhnacht

Auch eine exakte Herleitung des Wortes Rauhnacht ist nicht möglich. Die Herkunft des Wortes wird von einigen Experten abgeleitet aus dem alten mittelhochdeutschen Begriff „rüch“ beziehungsweise „rauch“ (steht für „pelzig“ oder „behaart“). Gemeint ist damit das fellige Aussehen der Geister, die während der Rauhnächte die Menschen in Angst und Schrecken versetzten.
Eine andere Bedeutung orientiert sich an dem Ritual des Räucherns in der Zeit um Weihnachten. So soll der intensiv riechende Duft von Weihrauch böse Dämonen vom Haus fernhalten.

Die Bedeutung der Rauhnächte

In der Mythologie unserer Ahnen – den Germanen – haben die Rauhnächte eine herausgehobene Bedeutung. Damals konnten sich die Menschen viele Naturphänomene nicht erklären. Und auch über den Wechsel der Jahreszeiten war nicht viel bekannt. Man glaubte also daran, dass im Mittwinter (also am kürzesten Tag des Jahres) die Sonne stirbt und anschließend wieder aufersteht und der Natur neues Leben einhaucht. Ein großes Feuer, dass zur Wintersonnenwende entzündet wurde, war Ausdruck dieses Glaubens, der positiv in die Zukunft blicken ließ. Denn mit einem Sieg des Lichts über die Dunkelheit wuchs zugleich die Hoffnung auf bessere Zeiten: mehr Licht, mehr Wärme, längere Tage und die Rückkehr zu einem Leben mit weniger Entbehrungen und guten Ernten.
Die zwölf Rauhnächte waren aber nicht nur ein hoffnungsvoller Wegweiser für das neue Jahr. Druiden, Seher und Schamanen verbreiteten die Geschichte, dass in dieser Zeit die Tore zur Anderswelt geöffnet sein und die unüberwindbare Grenze von diesseitiger und jenseitiger Welt nicht mehr existierte. Diesen freien Übergang konnten Engel, Lichtwesen, Elfen, Feen, Geister, Kobolde, Götter und auch Ahnen nutzen, um die reale Welt zu betreten, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen und ihr Schicksal zu beeinflussen. Spirituelle Rituale während der Rauhnächte dienten dazu, Chancen und Risiken, die sich aus dem Dimensionswechsel ergaben, zu fördern oder abzuwenden.

Rauhnächte 2022: wann beginnen und wann enden sie

Im Jahr 2022 beginnen die Rauhnächte am Sonntag, den 25. Dezember und enden am Freitag, den 6. Januar 2023. Es ist allerdings auch eine weitere Variante bekannt, in der die Rauhnächte zur sogenannten Wintersonnenwende am 21. Dezember beginnen. Die wichtigsten Nächte in dieser Zeit sind der 25. Dezember (Weihnachten), 31. Dezember (Silvester) und 6. Januar (heilige 3 Könige).

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Welche Bräuche und Rituale gibt es in den Rauhnächten?

Die traditionellen Bräuche und Rituale in den Rauhnächten sind recht unterschiedlich und können auch heutzutage angewendet werden. Dazu zählt zum Beispiel das Räuchern der Räume mit verschiedenen Räucherwerken in den 12 Nächten. Die Räucherwerke reinigen das Haus und vertreiben das Böse. Ein weiterer Brauch ist, dass in dieser Zeit das Haus gereinigt wird und die Arbeit des Jahres erledigt sein muss. Auch die Schulden des Jahres sind in dieser Zeit zurückzuzahlen. Dadurch ist dann ein unbeschwerter Start in das neue Jahr möglich.

Was sollte man in den Rauhnächten nicht tun?

Da in den Rauhnächten böse Geister und Werwölfe unterwegs sind, sollten kleine Kinder und Frauen nach Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein. In den 12 Nächten bis zu den heiligen 3 Königen ist das Glücksspiel untersagt und das Waschen von Wäsche ist ebenfalls nicht förderlich. Die Geister könnten sich beim Trocknen in der weißen Wäsche verfangen.

Rauhnächte 2022: wie Du sie für Dich nutzen kannst

Die stimmungsvolle und energetisch kraftvolle Zeit zum Ende des Jahres ist perfekt geeignet für Entschleunigung, Innenschau, Reflektion, Abschluss und Manifestation.
Grundsätzlich geht es darum, dass Du eine ehrliche Verbindung zu Dir und – wenn Du möchtest – auch zu anderen Menschen aufbaust.
Wichtig ist, dass Du Deine Rauhnacht-Rituale mit Ruhe begehst und Dich nicht unter Druck dabei setzt. Auch solltest Du Dich bei Deiner Innenkehr, z.B. im Rahmen einer Meditation, nicht nur mit den wohltuenden Dingen beschäftigen, sondern auch einen Blick auf weniger schöne Aspekte Deines Lebens werfen und versuchen, sie abzuschließen. Sie sind gewissermaßen die Dunkelheit, mit denen die Menschen damals zu kämpfen hatten und die Dich aktuell umgeben. Widmest Du Dich ihnen, so wirst Du Ängste und energetische Blockaden lösen können. Schmerzhafte Situationen und unnötigen Ballast lässt Du im alten Jahr zurück. Stattdessen entfachst Du ein wohliges Licht, dass Dich in ein friedvolles und glückliches Jahr 2023 begleitet.

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