Das altbekannte Sprichwort „Es steht Dir ins Gesicht geschrieben“, kennt wohl jeder. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Spruch und gibt es eine Technik, die die Merkmale und die Mimik Deines Gesichtes entschlüsselt?
Facereading liefert spannende Antworten und verspricht aufschlussreicher Erkenntnisse. Die uralte Kunst des Gesichtslesens soll so einiges über den Menschen offenbaren: Charakter, Persönlichkeit, Potentiale, Herausforderungen, Talente, Eigenschaften und noch vieles mehr. Als Teil der Esoterik und New-Age Bewegung wurde Face Reading lange Jahre in einem Atemzug mit Zauberei und Wahrsagerei genannt (ähnlich wie es auch der Quantenheilung und Numerologie ergeht). Nicht zuletzt durch diverse Studien und Erfahrungen aus dem Profiling streift sich das „Lesen von Gesichtern“ allmählich das Image einer mystischen Pseudo-Wissenschaft ab.
In diesem Blog-Artikel möchte ich Dir einen umfassenden Einblick in die Welt des Facereading geben und Dir aufzeigen, dass Dein Gesicht sehr viel über Dich verrät, wenn es von einem erfahrenen Experten gelesen wird.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Facereading?
Die Kunst im Gesicht zu lesen: ein Blick in die Geschichte
Was Dein Gesicht über Dich verrät: eine Entschlüsselung der Gesichtsmerkmale
Die häufigsten Gesichtsformen und was sie bedeuten
Was offenbart das Gesicht?
Das Gesicht lesen: Methoden und Techniken eines Facereaders
Face Reading lernen – geht das?
Was ist Facereading?
Facereading, auch als Physiognomik bekannt, ist eine uralte Praxis, die auf der Kunst basiert, Persönlichkeitsmerkmale und innere Zustände anhand der Gesichtszüge zu interpretieren. Es ist eine faszinierende Methode, die in verschiedenen Kulturen rund um den Globus ihren Platz gefunden hat. Das Konzept hinter Facereading beruht auf der Vorstellung, dass das Gesicht nicht nur ein ästhetisches Merkmal ist, sondern auch ein Spiegel der inneren Welt eines Menschen. Durch das sorgfältige Studium von Augen, Nase, Mund, Stirn und anderen Gesichtsmerkmalen versucht Facereading, verborgene Emotionen, Charakterzüge und sogar gesundheitliche Aspekte zu entschlüsseln. Es geht über die bloße Betrachtung äußerer Erscheinungen hinaus und eröffnet eine dimensionale Verbindung zwischen der äußeren Erscheinung und der individuellen Persönlichkeit. Facereading ist somit eine faszinierende Reise, bei der das Gesicht zu einem Buch wird, dessen Seiten die einzigartige Geschichte jedes Einzelnen erzählen.
Die Kunst im Gesicht zu lesen: ein Blick in die Geschichte
Die Fähigkeit, im Gesicht zu lesen, ist keine moderne Erscheinung, sondern hat eine lange und facettenreiche Geschichte, die tief in verschiedenen Kulturen verwurzelt ist.
Die in China als Xiang Mian oder Siang Mian bekannte Praxis der Physiognomie oder des Gesichtslesens reicht ungefähr 2000 Jahre zurück. Der Begriff „Xiang“ bedeutet „Gesicht“ oder „Erscheinung“, und „Mian“ steht für „Oberfläche“ oder „Aspekt“. Zusammen genommen bezieht sich Xiang Mian auf die Kunst, Persönlichkeitsmerkmale, Schicksal und Gesundheit anhand der äußeren Erscheinung eines Menschen zu interpretieren. Xiang Mian hat in der chinesischen Kultur einen starken Einfluss und wurde von vielen Gelehrten im Laufe der Jahrhunderte studiert und weiterentwickelt. Es ist eng mit traditionellen chinesischen Medizinprinzipien, Daoismus und Konfuzianismus verbunden. Menschen, die sich für ihre Zukunft, ihre Beziehungen oder ihre beruflichen Angelegenheiten interessieren, haben oft einen Physiognomen aufgesucht, um Rat und Einblicke zu erhalten.
Ebenso hat das Face Reading in der indischen Kultur einen Platz gefunden, insbesondere durch die Ayurveda-Lehren, die die Verbindung zwischen Gesichtszügen und dem Gleichgewicht der Lebensenergien betonen.
Auch in der europäischen Antike war Gesichtslesen bekannt. Die Griechen – allen voran der große Philosoph Aristoteles – befassten sich mit den verschiedenen Merkmalen des Gesichtes. Und auch Sokrates praktizierte die Physiognomie. Ihm wird die Fähigkeit nachgesagt, dass er den Charakter von Menschen durch ihre äußere Erscheinung erkennen konnte. Im Mittelalter blühte die Physiognomik weiter auf, wobei Gelehrte wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin darüber schrieben. Sie glaubten, dass äußere Merkmale Hinweise auf die moralische und intellektuelle Natur einer Person geben könnten.
In der Neuzeit setzte sich die Tradition des Gesichtslesens fort. Der schottische Arzt und Anatom Andrew Ure veröffentlichte im 19. Jahrhundert Werke über Physiognomie, und der deutsche Psychiater Johann Kaspar Lavater gilt als Pionier der wissenschaftlichen Physiognomie. Seine Schriften hatten einen erheblichen Einfluss auf die europäische Denkweise.
